Bürgermeister Harald Keitel begrüßte als Initiator die Gäste und Pferdeliebhaber am Freitagabend (14.06.13) auf seinem Agrarbetrieb.

Zuerst wurden die Tiere mit Futter versorgt.
Dann gab es einen Vortrag über versicherungsrechtliche Fragen beim Gespannfahren.

 Vieles war neu, dass auch hier die Straßenverkehrsordnung mit greift und außerdem die Tierhaltung mit ihren Besonderheiten.

Samstagfrüh gab es dann viel zu tun: Pferde putzen, die verschiedenen Geschirre anlegen und verschnallen, Kutschen noch einmal überprüfen.
Um 9 Uhr fuhr das erste Gespann vom Hof. Pfähle mit Hinweisschildern zeigten den 13 Fahrern den Weg nach Weißensee.

 

Fotos: O. König

Wieder ging es beim dritten Thüringer Gespannfahren von Clingen aus über Greußen über den Warthügel zum Hengstberg. Die Rasenfeldwege ließen sich gut befahren und die Sonne strahlte den stilecht gekleideten Kutschern und Begleitpersonen entgegen. An den Schafställen von Ottenhausen ging es hinauf auf den Käferberg. Von dort waren Weimar, Erfurt und teilweise der Thüringer Wald zu sehen. Von der anderen Seite lugte der Kyffhäuser über die Hainleite. Vor den Fahrern lag das Wasserschloss von Ottenhausen und darüber zeigte sich Weißensee.

Bei einem kurzen Stopp erzählt der zehnjährige Hauke Petersen, dass er einmal an einer Steigung das Gespann schieben musste, während die Mutter lenkte. Das sächsische Kleinpferd hatte nicht so viel Kraft den ältesten Wagen - einen kleiner Parkwagen der Firma Hoffschulte Berlin aus dem Jahr 1880 - hochzuziehen.

Peter Tiedmann aus Urbach stellte fest, dass es in der Region wunderschöne Landstriche und Fahrwege gibt. Vor der Runneburg regelte die Polizei den Straßenverkehr, denn die Gespanne mussten ausholen, um die Auffahrt zur Runneburg zu meistern. Hier hatte die Ratsbrauerei einen Versorgungsstützpunkt aufgebaut, so dass sich die zahlreichen Besucher, Kutscher und Fahrgäste stärken konnten.

Das Bild, das sich auf der Burg bot, erinnerte an längst vergangene Zeiten. Über die Kutschen wurde diskutiert, denn wie bei Oldtimern dürfen bei der Restauration nur originale Materialien verwendet werden. Eberhard Schoddel aus Weißensee huschte bei diesem Anblick ein Lächeln übers Gesicht. Er erzählte, dass es früher auch in seiner Familie Pferde gab.

Früher als geplant, startete die Heimfahrt. In Herrnschwende ging es im Unterdorf entlang. Dort war besonders schön anzusehen, wie die Gespanne an den Außenkellern mit den Tuffsteinwänden entlang fuhren. Bürger kamen durch das Hufgetrappel aufgeschreckt auf die Dorfstraße und winkten.

Auf der langen Geraden nach Grüningen wagte dann so mancher ein Überholmanöver. Denn jedes Pferd hat sein eigenes Schrittmaß. In Clingen angekommen gab es erst einmal Futter für die Tiere. Zahlreiche Besucher hatten sich auch hier eingefunden. Für die Kinder gab es Kinderschminken. Und natürlich konnten die ausgestellten alten Kutschen bestaunt werden: Kutschen für die Hochzeit, die Jagd, zum Rennen, den Einkauf oder auch nur, um über Land zu fahren, waren ausgestellt. Das Stadtcoupé aus dem Jahr 1890 von der Wiener Hofwagenfabrik wurde besonders bestaunt.

Das anschließende Parcoursfahren wurde aufmerksam verfolgt. Bei der Wertung kam es auf den Gesamteindruck des Gespanns, die stilgerechte Kleidung der Wagenbesatzung und vor allem das stilgerechte Fahren nach Achenbach an. Selbst der falsche Sitz eines Zylinders oder das Halten der Leine zog Punkteabzug nach sich. Zum dritten Mal wurde
Luisa Keitel aus Clingen Siegerin. Gefolgt von
Annemarie Dammer aus Stedten am Ettersberg und Hausherr
Harald Keitel. Die Schiedsrichter,
Paul Wiegel aus Nürnberg,
Benno Mühlhaus aus Harzungen und
Horst Phillip aus Kulmbach vergaben Stilnoten von 5,0 bis 8,9.

Peter Georgi, TA vom 18.06.2013

 

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